Am Donnerstag, d. 14. Juli 2016 machten wir uns mit 18 freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit der Bahn auf den Weg nach Hamburg, um dort mit einem Mitarbeiter der Zeitschrift Hinz und Kunzt während eines alternativen Stadtrundgangs die "Nebenschauplätze" der Hansestadt kennenzulernen.

Wir trafen um 15 Uhr bei der Redaktion der Zeitschrift in der Altzstädter Twiete 5 ein, wo unser Stdtführer Chris uns sogleich in Empfang nahm, um uns vorbei an der Kaffeetheke in den Besprechungsraum zu führen. Dort gewährte er uns einen tiefen Einblick in sein bisheriges Leben und legte uns sehr anschaulich die vielfältigen Möglichkeiten sozialen Abstiegs bis auf "die Straße" dar.  02 Kaffeeklappe1

Durch die Unterstützung seiner Hinz und Kunzt-Familie ist Chris nun schon seit einigen Jahren trocken und hat als "alternativer Stadtführer" eine feste Anstellung und ein geregeltes Einkommen. Somit auch wieder eine eigene Wohnung und ein geregeltes Leben - wir wünschen ihm. dass es so bleibt!   04 Stadtführer Chris

Seine eindrückliche Aussage: Glaubt ja nicht, dass irgendjemand auf der Staße lebt, weil er es will - das will keiner!

Dann ging es - Chris voran - auf Tour:

Zunächst rund um den Hühnerposten in die Räume der Diakonie, wo Obdachlosen morgens die Möglichkeit haben, zu duschen und zu frühstücken, sowie ihre "Wertgegenstände" in eigens dafür angeschafften Schließfächern zu deponieren, um sie dort abends oder je nach Bedarf wieder abzuholen. Von dort ging es weiter zur Tagesstätte Herz Ass, wo Obdachlose tagsüber die Möglichkeit haben etwas zu essen, zu schlafen, oder sich in geschlossenen Räumen einfach nur einmal auszuruhen. Vorbei ging es an der Drogenberatungsstelle der Stadt, wo Süchtige neben Beratung und Therapie die Möglichkeit haben, sich mit sauberen Spritzen in hygienischen Verhältnissen ihre Dosis zu geben. Zum Abschluss führte Chris uns zur Anlaufstelle der Bahnhofsmission am Hauptbahnhof, wo jedem, der Hilfe benötigt, sei es, weil ihm Geld, die Fahrkarte oder sonst irgendetwas fehlt, geholfen wird.

Beim anschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken im Theatercafé des Ohnsorg-Theaters konnten wir die vielfältigen Eindrücke noch einmal Revue passieren lassen. Einhellige Meinung nach diesem eindrucksvollen Nachmittag:

Wir sollten uns immer mal wieder klarmachen, wie gut es uns doch geht!

 

 

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